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Seite drucken - Versicherungsmakler müssen Kompetenz nachweisen

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Allgemeines => Evinger Nachrichten => Thema gestartet von: Nike am 01. Juni 2007, 06:23:02



Titel: Versicherungsmakler müssen Kompetenz nachweisen
Beitrag von: Nike am 01. Juni 2007, 06:23:02
Hamburg/Potsdam (dpa/tmn) - Bislang durfte in Deutschland jeder Versicherungen verkaufen - ohne Qualifikationsnachweis und Ausbildung. Damit ist Schluss: Ab Juni müssen zumindest die unabhängigen Versicherungsvermittler ausreichende Sachkunde nachweisen.

Nach mehr als zwei Jahren hat Deutschland die EU-Richtlinie über Versicherungsvermittlung in nationales Recht umgesetzt. Mit ihr sollen mehrere Ziele verfolgt werden: Der Berufszugang und die Qualifikation der rund 500 000 in Deutschland tätigen Versicherungsverkäufer soll geregelt und der Schutz der Verbraucher vor Falschberatung gestärkt werden.

Wichtigste Neuerung ist der Nachweis einer eigenen Berufshaftpflichtversicherung, den Vermittler erbringen müssen, sagt Thorsten Rudnik vom Bund der Versicherten in Henstedt-Ulzburg in Schleswig-Holstein. Erst dann kann eine Registrierung durch die Industrie- und Handelskammern (IHK) erfolgen. «Bislang gab es das Problem, wer für eine Fehlberatung haftet», erklärt Rudnik. Geld für die eigene Haftpflichtversicherung ausgeben zu müssen, werde seiner Ansicht nach zumindest einige vom Versicherungsverkauf abschrecken.

Noch eine weitere Neuerung soll den Verbraucherschutz verbessern: Das Ergebnis der Beratung muss in einem Dokumentationsbogen schriftlich festgehalten werden. «Es sollte vom Vermittler unterschrieben werden», sagt Rudnik und empfiehlt, sich eine Durchschrift geben zu lassen.

In den Bogen soll zunächst eingetragen werden, mit welcher Art von Verkäufer es der Kunde zu tun hat. Handelt es sich also um einen Einfirmenvertreter oder um einen unabhängigen Verkäufer? «Für den Verbraucher wird es transparenter», sagt André Molter, Jurist beim Verband Deutscher Versicherungsmakler in Hamburg.

Damit auch die Qualität der Beratung steigt, werden Verkäufer in Zukunft geschult und von den IHKs geprüft. Als Maßstab für ausreichende Sachkunde gilt die 230-stündige Ausbildung zum Versicherungsfachmann. «Viel zu wenig», sagt Rudnik. Auch Erk Schaarschmidt von der Verbraucherzentrale Brandenburg in Potsdam hält die Prüfung vor der IHK für problematisch: «Die Prüflinge können sich ihre Fächer aussuchen, es kann also gar nicht alles geprüft werden.» Und Rudnik bedauert, dass diejenigen, die seit vielen Jahren in der Branche arbeiten, keine Prüfung mehr machen müssen.

Kritiker stoßen sich auch daran, dass die neuen Anforderungen nur für unabhängige Verkäufer gelten sollen - also jene, die für mehrere Gesellschaften arbeiten. Einfirmenagenten werden hingegen lediglich registriert und müssen keine Prüfung ablegen. Das heißt sowohl haupt- als auch nebenberuflich tätige Außendienst-Mitarbeiter, die an eine Firma gebunden sind, müssen den Sachkunde-Nachweis nicht führen.

Während Rudnik fordert, den nebenberuflichen Bereich ganz zu verbieten, weil es «um Existenz bedrohende Risiken beim Verbraucher geht», verteidigt Peter Schwark, Pressesprecher beim Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft in Berlin, deren Daseinsberechtigung: «Die nebenberuflichen Vertreter sind spezialisiert. Eine umfassende Qualifikation in allen Bereichen ist daher nicht nötig.»

Für den Verbraucher bleiben trotz allem Vorteile: Er weiß von nun an, welchen Status der Vermittler hat - und dieser haftet dafür, wenn er falsch berät. Bleiben wird allerdings die Unsicherheit beim Verbraucher, welche Versicherung er wirklich braucht und welche überflüssig ist. Denn den perfekten Berater, der immer im Sinne des Verbrauchers berät, liefert das Gesetz nicht mit.